Philipp Trenz
Woche 1

Peru-Einsatz 2022 – Woche 1

Nach langatmiger langwieriger und zuletzt (aufgrund der Höhe) kurzatmiger Anreise über Frankfurt, Panama City, Lima und Ayacucho ist unsere siebenköpfige Reisegruppe letzte Woche Freitag, 02. September, schließlich wohlbehalten in Andahuaylas angekommen.

Der Jetlag und die Höhe haben uns die ersten Tage etwas zu Schaffen gemacht. Das hat uns aber nicht davon abgehalten, direkt am Tag nach unserer Ankunft das Gelände von casayohana zu inspizieren, Lieferungen für das Notstromsystem zu sichten und Pläne für die kommenden Wochen zu schmieden.

Der vorgegebene Zeitplan war äußerst ambitioniert: Bereits am Dienstag sollte die Firma für die Inbetriebnahme des Diesel-Generators kommen und Mittwoch bis Donnerstag das restliche Notstromsystem mit Wechselrichtern, Batteriespeichern und Solaranlage ans Netz gehen. Bis dahin mussten noch rund 25 Meter Kabelkanal mit über 400 Metern an Kabel verlegt, Stromverteiler umgebaut, Wechselrichter montiert und Systemsteuerungen programmiert werden.

Dank guter Planung vorab, etwas Improvisationstalent, eines starken Techniker-Teams bestehend aus zwei Elektro-Meistern, einem Zimmerer-Meister, einem Industriemechaniker und einem soon-to-be IT-Master (😀), sowie kräftiger Unterstützung durch unsere peruanischen Kollegen konnten wir tatsächlich rechtzeitig alle notwendigen Arbeiten abschließen und bis Ende der Woche mit dem Notstromsystem in den Test-Betrieb starten.

Lediglich die Solaranlage zur Stromproduktion konnten wir nur provisorisch testen. Da Dächer hier grundsätzlich weder dicht noch betretbar sind, haben wir uns dazu entschieden, für die Montage der Module einen alternativen Installationsort zu schaffen. Dafür sind wir bereits in der Abstimmung mit unserem Architekten und Schlosser vor Ort und die Arbeiten hierfür sollen in den nächsten zwei Wochen beginnen.

Belohnt wurden die langen Arbeitstage mit der tollen Natur der peruanischen Anden, herausragender kulinarischer Bewirtung in traumhafter Kulisse und atemberaubenden Sonnenuntergängen auf dem Heimweg in unsere Unterkunft.

Für die kommende Woche stehen unter anderem Feinarbeiten und Abstimmungen am Notstromsystem an. Im Anschluss werden sich die Elektriker durch die Stromverteiler aller Häuser und Stockwerke arbeiten während die anderen sich um Netzwerkverteilungen, zu laute Wasserpumpen, zu kalte Duschen, stinkende Bäder und andere kleinere und größere Baustellen kümmern werden. Uns wird die Arbeit hier definitiv nicht ausgehen!

Übrigens: Wer mitgezählt hat, dem wird aufgefallen sein, dass ich nur fünf von sieben Köpfe mit Berufen vorgestellt habe. Die anderen beiden sind mit Kameras, Mikros und Drohne bewaffnet und produzieren fleißig hochwertiges Material für Druckmedien und den Webauftritt von casayohana.

Liebe Grüße aus den Anden!